Simone Strickt

Feine Masche

Damals, vor nicht ganz 30 Jahren, saßen wir im Tiefparterre der Grundschule an der Berg am Laim Straße und eine alte Frau kam in den Handarbeitsraum. Frau Bock. Also ich durfte Frau Bock sagen, meine Mama hat sie noch Fräulein Bock nennen müssen und ja, es war die gleiche Lehrerin. Die war bewaffnet mit kratzender Wolle und seltsam anmutenden Nadeln. Egal ob Mädchen oder Junge – alle Mann mussten stricken. Es war die Hölle! Masche abheben, kraus rechts, Umschlag, verschränkt, von hinten einstechen und irgendwo herholen und am Ende fallen lassen. Was habe ich geflucht. Und zu allem Überfluss: hat es ewig gedauert bis aus der Arbeit eine erkennbare Mütze wurde. Stricken und Häkeln war die Hölle. Dann lieber die 100ste Schüssel aus Ton formen oder des 17te Holzstück schleifen.

Stricken mit  Liebe

Es gibt aber – dem Herrgott sei Dank – Menschen, die aus Leidenschaft und mit Hingabe stricken können wie die Weltmeister. Da entstehen die schönsten Muster, liebevolle Details und am Ende passt das dann auch noch wie die Faust aufs Auge. So wie bei der lieben Simone. Die kommt aus der Nähe von Dingolfing und hat sich voll und ganz der Strickerei verschrieben. Wie es sich für eine Niederbayerin gehört, strickt sie vor allem Trachten-Accessoires. Loferl, Kniestrümpfe, Trachtensocken und wunderschöne Dreieckstücher für übers Dirndl.

kuschlig weich

Eingangs habe ich von der kratzenden Wolle aus den 90ern geschrieben. Ganz ehrlich – die ist heute Geschichte. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal tatsächlich ein Strickgut in der Hand hatte, welches nicht kuschelig weich ist. Das liegt zum einen daran, dass die Herstellungsmethoden von Wolle sich weiterentwickelt haben. Gerade bei industriell gefertigter Strickware liegt es aber leider häufig einfach nur daran, dass es gar keine echte Wolle ist, sondern Polyester, Polyacryl oder wie es sonst noch heißt.

Wolle  aus Bayern

„Simone Strickt“ natürlich mit echter Wolle und mit Wolle, wo sie weiß, wo diese herkommt. Es gibt in Bayern nämlich tatsächlich noch Bauern, die nicht nur in Masse Fleisch produzieren. Sondern die Tiere aufzüchten, halten und nahezu restlos verwerten. Somit auch deren Fell zu Wolle verarbeiten lassen. In der Voralpenregion Süddeutschland werden Merino- und Bergschafe gehalten die, neben vorzüglichem Fleisch, auch großartige Wolle liefern. Nicht zuletzt, weil die Bauern schon bei der Fütterung der Schafe achtgeben. Das wissen wir ja aus eigenen Erfahrung – für schöne Haut und kräftiges Haar reicht es nicht, wenn man nur wäscht…

Nachvollziehbar und Nachhaltig

Egal ob Socken oder Schal, ein Strickstück von Simone ist in seiner Entwicklung nachvollziehbar. Beginnend mit dem Tier, über den Rohstoff, die Herstellung der Wolle bis zum fertig gestrickten Produkt – hier ist alles hochwertige, ökologische und nachhaltige Handarbeit. Und das fühlt und sieht man. Wer einmal kuschelweiche Socken aus echter Schafwolle getragen hat, der weiß: nichts hält wärmer. Da können kein Poly und kein Kunststoff mithalten!

Individualität

Dazu kommt dann natürlich noch Individualität. Simone Strickt nicht Mainstream. Farbe, Muster und teilweise auch die „Art“ kann man sich nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusammenstellen.  Besonders dann, wenn es um Trachten-Accessoires geht, ein nicht zu verachtender Pluspunkt: zur grün besticken Lederhose passen eben keine blauen Loferl.

Häkeln…  also doch

Ich habe mich übrigens mittlerweile zumindest mit dem Häkeln angefreundet und im Herzen Frieden mit Frau Bock geschlossen. So blöd war die Idee gar nicht, dass wir die Grundlagen lernen mussten. Nichtsdestotrotz, vom Socken stricken bin ich ungefähr so weit entfernt wie von einer olympischen Goldmedaille in Rhythmischer Sportgymnastik. Seit ich aber „nur“ noch Kleidergröße 36 trage, hab ich ständig kalte Füße und bin um Simones warme Socken wirklich dankbar. Mit dem Wissen um die nachhaltige Wolle tragen sie sich noch viel lieber.

 

Häschtäg: Oiwei koide Fiaß – Lofal ghern dazua – Merionowolle mein Herz

#Gewinnspiel

Im Türchen vom 9. Dezember gibt´s für Euch heute ein paar handgestrickte Socken von Simone. Aus 100% reiner heimischer Schurwolle. Was ihr dafür tun müsst? Erzählt uns in den Kommentaren von Eurem „Kuschelsocken Lieblingsmoment“.

Das Gewinnspiel startet jetzt und läuft bis 10.12.2020 um 14:00 Uhr. Der Gewinner wird per PN benachrichtigt. Es werden alle Kommentare auf der Facebookseite, dem Instagram Account und dem Blog in einen Lostopf geworfen. Das Gewinnspiel wird per Zufallsverfahren ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Barauszahlung. Instagram oder Facebook steht in keinerlei Verbindung zu dem Gewinnspiel. Mit der Teilnahme erklärst Du Dich bereit, nach dem neuen DSGVO Standard deine Daten zum Versand des Gewinns an mich freizugeben. Viel Glück

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1 Kommentar

  1. Jonas
    10. Dezember 2020 / 23:25

    Wenn ich gestrickten Socken sehe muss ich immer an meine Oma denken wie sie die früher für alle gestrickt hat

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