Urlaub am Berg 3

noch 45 Tage – und der Rest von Heute!

Wiesntagebuch 45 Urlaub am Berg – Das Wasser und der Mensch und der Berg und das Bier – Tag 1 von einem Kurzurlaub in den Alpen

Ein Tagebucheintrag über 3 Tage

 

 

Die SUV-Mamis

 

Mit dem BMW X3 zur Talstation, mit der Gondel auf den Berg und mit dem Jet-Ski über den Speichersee

 

Wenn man sich auf einem Parkplatz einer Talstation umschaut, dann erkennt man schnell: Kraftfahrzeugs technisch ist die Gesellschaft bestens ausgerüstet. Für Off-Roadstrecken. Im Winter. Bei Neuschnee. Unzählige Zylinder treffen auf Unmengen an Antrieb. Schön, wenn sie alle auf dem Parkplatz stehen. Ist bei weitem nicht der Regelfall. „Oh schau mal, da den Weg dahinter, da können wir noch ein bisschen weiterfahren“. Warum tun Menschen das? Weil der Parkplatz 8 € kostet? Mag sein. Es ist jedenfalls eine der W-Fragen, die sich niemals beantworten lässt. Was sich aber sicher beantworten lässt, ist die Frage: rennt die nächste freilaufende Kuh gegen das Auto und zerkratzt den Lack? JA. Tut sie. Mit Recht wenn ihr mich fragt. Was hat das Auto auch auf „ihrem“ Weg zu suchen. Was dann passiert? Ein ewiger Rechtsstreit, bei dem Anwälte die Sieger sind. Weil sie gut dran verdienen.

Aber zurück zu denen, die als Outdoor-Sportler und Naturfetischisten jede noch so kleine Technik vergöttern: die E-Bike-Mountainbiker, die Jet-Ski-Speichersee-Raser, die SUV-Mamis, die ihre Blagen auf den Berg fahren (mit dem eigenen Auto, weil da geht ja ein Weg hoch). Herrlich. Klar ist, E-Bike-Mountainbikes sind eine wahre Bereicherung. Die sind nicht laut, die können auch von Ottonormalverbraucher gefahren werden und sie machen echt Spaß! Keine Frage. Eine Frage stellt sich allerdings schon: warum fahren genau die E-Bike, die ihren Kindern eine 4 Tage Schulwoche ermöglichen und ihr Obst und Gemüse beim Aldi einkaufen? Weil sie so Umweltbewusst sind! Ich habe mal nachgefragt. Das ist nach dem Wandern die schonendste Möglichkeit, auf den Berg zu kommen. Haben sie gesagt. Klar. Die Batterie für der Ding wird ja nicht im Tal produziert und der Strom kommt aus der Steckdose. Der ist ja eh da. Verstehe ich. Und dann noch was: warum vergessen diese Menschen jegliches Benehmen und sämtliche Regeln, wenn den Berg hoch oder runterfahren? Klar: „in der Natur da fühle ich mich frei und das will ich ausleben.“ Frei vielleicht – aber sorry: DU bist nicht ALLEIN hier. Ein bisschen Rücksicht hat noch keinem geschadet.

Das mit der Rücksicht ist ebenso anzuwenden beiden Jet-Ski-Rasern am Speichersee. Ohne Rücksicht auf Verluste heizen die über den See als gäbe es kein Morgen mehr. Am Fuße des Bergs. Einmal mit Vollgas – den Kindern die Steine sammeln das Wasser ins Gesicht gespritzt. Herrlich. Mami brüllt, Papi ist hysterisch und das Blag heult. Weil es am Wasser tatsächlich nass geworden ist.

 

 

Meine liebste Spezies allerdings sind unangefochten die SUV-Mamis. Und das nicht nur im Sommer auf dem Berg. Nein. Immer. Egal wo. Vor der Schule, auf dem Supermarktparkplatz, im Stadtverkehr oder auf der Autobahn. Die Ladys sind der wahrgewordene Bloggertraum. Heute allerdings möchte ich die am Berg kurz näher vorstellen. Diejenigen, die ihren SUV, Marke völlig egal, mit röhrendem Motor den Berg hochjagen. Damit die Buzal auch mal bissi Bergluft schnuppern können. „Wenn die nicht wollen würden, dass man mit dem Auto hochfährt, hätten die keinen Weg gemacht“ ist so ziemlich die legendärste Aussage, die ich bis dato gehört habe! Liebe Mamis: die Wege sind in der Tat wegen Euch gemacht worden – allerdings anders als ihr denkt. Weil ihr nämlich in der „urigen Almhütte“ zwar einkehrt, dann aber bitte eine vegane Brotzeit haben wollt, deswegen müssen die Sennerinnen mit dem Auto die Lebensmittel da hochkarren. Dafür ist die „Straße“ gemacht. Oder weil ihr zwar gerne mit eurer Brut da einkehrt, eure Brotzeit aber selbstmitbringt und bitte noch einen Wickeltisch zur Verfügung wollt, deswegen braucht es einen Transportweg – und die Möglichkeit, für die Sennerin ins Dorf zu kommen, um einer anderen Arbeit nachzugehen, weil sie ihren Lebensunterhalt mit dem Almbetrieb nämlich nicht mehr bestreiten kann. Das Leitungswasser für die Nukelflasche wollt ihr nicht zahlen und eure vier Kinder teilen sich eine Portion Pommes. (Pommes wachsen im Übrigen auch am Berg nicht auf Bäumen)

Die quengelnden Kinder hingegen sind höchst unzufrieden, da oben am Berg. Weil sie noch kein Reh und kein Murmeltier gesehen haben. Auf der ganzen Fahrt nicht. Zefix. Wo Reh und Has doch normal immer aus dem Wald kommen, wenn sie Motorengeräusche hören.

 

 

Und dann… völlig überraschend sieht man hier und da wieder ganz normale Leute. Die mit einem Rucksack und Wanderstöcken den Berg rauf gehen. Ganz normal. Mit einer Flasche Wasser im Gepäck (die sie nachher wieder mit runternehmen), die Brotzeit auf der Alm machen. Mit frischem Käse und würzigem Brot. Und a Gipfelschnapserl trinken. Man sieht Kinder die über Almwiesen hüpfen mit Stöcken, Steinen und Blumen spielen und sich leise und vorsichtig den Kühen nähern um sie nicht zu erschrecken. Das sind dann auch die Kinder, die in der Schule erzählen können, dass sie einen Hirsch gesehen haben – einen echten. Mit einem großen Geweih. Mitten im Wald einfach so.

 

Bergtage sind meine Lieblingstage

 

 

Dann stehst heroben. Die Welt unter dir sieht so viel kleiner aus. So viel weniger wichtig. Du lässt den Blick schweifen in die unendliche Weite. Den Horizont entlang über Bergesgipfel und Täler. Die großen Dinge in deinem Alltag werden nichtig und klein. Streit kannst du an dieser Stelle herrlich vergessen und irgendwie findest du einfach so Stückchen näher zu dir.

 

 

In der Ferne erspähst du eine blauweiße Fahne. Auf den zweiten Blick erkennst du: ein goldenes Emblem prangt darauf. Mitten am Berg, da wo sonst nur Freiheit, Frieden und ganz viel frische Luft ist, holt dich das echte wahre Leben ein. Direkt vor dir, einen kleinen Spaziergang vom Gipfel entfernt wartet er auf dich. Er strahlt dich von der Ferne aus an. Du weißt, nur noch ein paar Meter, dann seid ihr wieder vereint. Dann könnt ihr die Schönheit des Berges gemeinsam genießen. Den Sonnenuntergang zusammen anschauen und euch über die Nichtigkeit des Seins einfach treiben lassen. Du kannst seinen süßlich-würzigen Duft schon riechen. Sein gold-blond strahlt in der Sonne so viel Geborgenheit und – Erfrischung aus. Und dann steht er endlich vor dir. Dein Augustiner. Oben am Berg. Gut gekühlt. Und wieder wird dir klar: das Paradies ist so viel näher als du glaubst!

 

 

Notiz: uns geht’s gut so lang wir einfach den Wasserhahn aufmachen können und draus trinken können!

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