Urlaub am Berg 1

noch 47 Tage – und der Rest von Heute!

Wiesntagebuch 47 Urlaub am Berg – Das Wasser und der Mensch und der Berg und das Bier – Tag 1 von einem Kurzurlaub in den Alpen

Ein Tagebucheintrag über 3 Tage

 

„Wenn du aussiehst wie dein Passfoto, brauchst du dringend Urlaub“

 

Manchmal muss es einfach Urlaub sein. Nicht weit weg. Nicht ewig lang. Aber Urlaub. Ein paar Tage. Zum Durchatmen. Von München aus gesehen gibt es viele Urlaubsziele, die man schnell für ein paar Tage erreichen kann. Je nach dem, nach was einem grade ist, ist man in wenigen Autostunden am italienischen Gardasee, am österreichischen Wörthersee oder auch „nur“ am Bodensee. Da erwartet den Urlauber dann warmes Wasser, Liegewiesen, Cafés und ziemlich viele Touristen. Weils eben so schön ist. Mediterran und sommerlich. Auch bis ans Meer geht’s von München aus ganz gut. Ob mit dem Auto an die Adria oder mit dem Flieger in den Süden.

Die Alternative ist der Berg. Die Alpen. Bayerische Alpen, österreichische Alpen oder ab nach Südtirol. Jedes für sich hat so seine Vorzüge.

Der Sommer in den Bergen hat einen ganz besonderen Charme. Touristen finden sich bei weitem weniger in den Bergen als am See oder am Meer. Preislich macht es ebenso einen ehrblichen Unterschied. Und der Seele tut die Ruhe unendlich gut. Die frische Bergluft. Die Natur. Vor allem aber die andere Perspektive. Einmal die Dinge von oben betrachten. Sehen, wie klein das eigentlich alles ist.

 

 

Kaum in den Bergen angekommen, stellt man dann ziemlich schnell fest: kein Berg ohne Wasser. Kleine Bäche, imposante Wasserfälle und riesige Stauseen glitzern in der Sommersonne. Und von jetzt auf gleich hat man alles was man für ein paar Tage Erholung braucht.

 

Der Wasser-Wahnsinn

 

Wasser ist unser Lebenselixier.

 

Mal abgesehen davon, dass der Mensch ohne Wasser tatsächlich nicht überleben kann, brauchen auch Tiere, Pflanzen und Natur Wasser. Scheinbar unerschöpfliche Mengen Wasser kommen aus unserer Leitung. Hahn auf – Wasser raus. Darüber vergessen wir manchmal, wie gut es uns eigentlich geht. Das ist für uns ganz normal. Die Vorstellung, wir hätten mal kein Wasser aus der Leitung – gibt’s für uns doch eigentlich gar nicht.

Wer das glaubt, hat noch keinen warmen Sommer auf einer Alm, einem alten Bauernhof oder einer abgelegenen Hütte verbracht. Und dafür muss man gar nicht weit weg. Selbst bei uns im schönen Bayern gibt es noch Höfe und Landwirtschaft, die Wasserselbstversorger sind. Ja wirklich. Die sind nicht an irgendwelche zentralen Leitungen angeschlossen. Die haben eigene Zisternen, eigene Wasserspeicher und eigene Aufbereitungsanlagen und wenn die Zisterne leer ist, dann ist die leer. Weil es nicht regnet, weil zu viel Wasser verbraucht wurde. Dann heißt es warten. Warten, bis die Mutter Erde wieder Wasser hergibt. Bis der nächste Regen kommt.

 

Berg-Fluss-Wasser

 

Kein Wasser gibt es also scheinbar schon. Selbst in den Bergen, bei den Winter-Tourismus-Gurus ist der Gedanke bereits angekommen. Was also tun, um zu verhindern, dass irgendwann mal kein Wasser mehr da ist. Zumal gerade der Tourismus in den Bergen vom Wasser lebt. Insbesondere im Winter. Da ist das Wasser zwar nur in gefrorener Form zu finden – aber auch Schnee und Eis ist nichts anderes als Wasser. Und weil Petrus unser Wettergott oftmals nicht so will wie der Wintertourismus plant, braucht es dann Schneekanonen, um die Pisten zu präparieren. Die brauchen wiederrum Wasser. Also hat man kurzerhand riesige Stauseen angelegt. Die speichern das Wasser und im Winter, wenn man die Schneekanonen füttern muss, holt man sich das Wasser dort. Gar nicht so blöd. Zumal die Schneeschmelze ja wiederrum in den Stausee zurückfliest. Also ein ziemlich ordentlicher Kreislauf. Im Sommer wird dann aus dem riesigen Stausee kurzerhand ein Badeparadies für Jung und Alt. Herrlich erfrischend. Von oben hübsch anzusehen. Eine Win-Win Situation durch die Jahreszeiten.

 

Speichersee in Königsleiten

 

Möge die Rechnung aufgehen. Dass man auf diese Weise wertvolles Wasser sparen kann. Das auch später noch genug Wasser da ist. Für unsere Kinder und Enkel. Für die Tiere und die Natur. Und mögen weiterhin die sprudelnden Wasserfälle aus dem Berg schießen und ein so malerisches Bild abgeben – aber hoffentlich ist das nur Wasser aus dem Stausee, was vorher auf die Almen geschneit wurde – oder ist es etwa gar doch Gletscherwasser?

morgen: der Müll-Wahnsinn

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