Planungsphase

 

Paulas Tagebuch

Noch 19 und der Rest von heute

„Es werd koa Wiesn gem, wir wern des überlebn, so lang mir gsund san is des wunderbar!“

Plan B

Grundsätzlich stimmt des. Kein Mensch braucht die Wiesn um zu überleben. Also nicht, wenn es im Umkehrschluss um die Gesundheit geht. Allerdings muss ich ehrlicherweise gestehen: so ganz ohne ist es auch ziemlich fad! Schließlich ist in meiner Welt die Wiesn viel mehr als nur ein Massen-Besäufnis. Für mich ist die Wiesn die schönste Zeit des Jahres. Ein Abtauchen in eine andere Welt. Auf der Wiesn trifft man Bekannte, Freunde und ganz neue Leute. Jedes Jahr wieder. Des macht diese Zeit in München so besonders. Aber jetzt ist es ebenso, dass es keine Wiesn gibt. Also brauchen wir einen Plan B. Und der liegt, wie sollte es anders sein – natürlich schon in der Schublade.

Der Garten

Letztes Jahr haben wir schon mal getestet, ob wir nicht eine Alternative schaffen können. Was soll ich sagen? Können wir. Natürlich nicht im Ansatz des gleiche wie Wiesn in München, aber irgendwie auch total schön und gemütlich und ja, auch ein bisschen durch geknallt. Aber so sind wir halt. Die Geschichte geht aber von vorne los: bis vor einer Woche stand noch im Raum, dass es neben der Wirtshaus-Wiesn in der Stadt zusätzlich im alten Kunstpark Ost, also jetzigen Werksviertel, eine kleine Wiesn geben sollte. Da hätte es dann auch eine kleine Bratwurst gegeben und da hätte die Paula dann auch ein zu Hause für 16 Tage gehabt. Aber es hat nicht sollen sein. Warum – kann ich euch nicht sagen. Ist auch egal. Bevor ich erfahren habe, dass es nicht stattfindet, wussten es allerdings schon einige andere. Von jetzt auf gleich stand mein Handy nicht mehr still. Es kamen unzählige Nachrichten, ob wir uns wieder in meinem Garten treffen.

Daheim bedienen

Ich musst nicht lange überlegen, schließlich haben wir die „Bratwurst“ letztes Jahr gar nicht erst abgebaut und der Rest ist ja auch schnell wieder aufgebaut. Also klar: wir machen wieder Wiesn in meinem Garten. Klein. Nur mit Freunden. Jeder muss mithelfen. Beim Aufbau und beim Abbau. Aber so echt und realistisch wie irgendwie möglich. Also des heißt: kulinarisch stehen wir der Festwiese in nichts nach. Bier gibt’s aus dem Fassl und selbstverständlich gibt’s auch a Musik dazu. Die Paula, die darf dann die Maß´n an Tisch zu den Gästen bringen. Des ist eigentlich des schönste an allem.

Planungen

Aber bis dahin, ist jetzt noch einiges zu tun: Der neue Hendlgrill ist schon gelandet. Ja freilich. Wiesn ohne Hendl geht doch nicht. Der Steckerlfisch-Grill ist selbstgebaut und muss noch ein bisschen optimiert werden. In der Garage wird eine kleine Küche entstehen und die Schänke muss dieses Jahr auch etwas optimiert werden – schließlich trau ich dem Petrus nicht so richtig. Saure Radler mag bei uns keiner und deswegen braucht es da ein neues Dach über dem Ausschank. Und des Standl mit den gebrannten Mandeln muss auch perfektioniert werden. Ob wir ganz gewaltig einen an der Klatsche haben? Ja! Haben wir. Ob wir stolz drauf sind? Ja. Sind wir.

Lieblingsgäste

Des schönste aber ist tatsächlich: Weils bei mir daheim ist, und weil ich mir meine Gäste aussuchen kann, wird einfach ganz besonders. Aber keine Angst – auch mit meinen Lieblingsgästen gibt’s am Ende genügend lustige Geschichten zu erzählen. Nur über des Besteckgeld, da kann ich halt leider nichts erzählen, weil des gibt’s bei mir nicht – außer, ja außer den Wirt verschlägts auf ein halbes Hendl zu mir in Garten, dann muss ich vielleicht nochmal drüber nachdenken…

Aufbauen

Jetzt wird aber erstmal aufgebaut. Neben der Bratwurst die schon steht, gibt’s am Ende noch eine kleine Bräusol und natürlich eine Augustiner Festhalle. Glaubt ihr mir nicht? Doch – genau so wird es sein. Übrigens: in der Augustiner Festhalle ist dann die Bühne für die Musiker. Weils in der Bräurosl nur Blasmusik geben wird zukünftig und weil die Bands aus der Bratwurst für meinen Garten etwas überdimensioniert sind. Also haben wir Ausschau gehalten nach Solo-Künstlern, die mit der Gitarre oder der Quetsche ein bisschen für Stimmung sorgen. Mei des werd wunderbar. I g´frei mi scho so. Und wenns recht regnet? Dann ist uns des Wurscht. Dann ziehen wir unter des Dirndl eine Strumpfhose an und über des Mieder eine Jacke und dann ist trotzdem schee. Weil schließlich geht’s ja drum, dass wir eine schöne Zeit miteinander verbringen und es uns gut gehen lassen – da ist des Wetter des geringste Problem für uns.

Eine echte Wiese

Der einzig wirklich gravierende Unterschied zur echten Wiesn? Wir feiern wirklich auf einer Wiese. Also noch ist mein Garten eine Wiese – nach den 16 Tagen ist es eher ein Häufchen braunes Elend. Aber so ist des halt. Man muss auch Opfer bringen. Und mal ehrlich: wer braucht im Winter schon einen schönen Rasen?

Es gibt noch viel zu tun

So, jetzt muss ich mich aber wirklich schicken. Es gibt noch soviel zu organisieren und zu planen. Glasl waschn, Teller einräumen, Besteck wickeln. Hopfen dekorieren. Reservierungsschilder schreiben. Und ich glaube, ich muss auch nochmal nach meinem Gwand schauen. Vielleicht braucht des ein oder andere Dirndl auch nochmal aufbügeln und einen Knopf angenäht…

Häschtäg: des beste drauß machen – der Garten wird zur Festwiese – noch 19 und der Rest von heute

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