Jeans und T-Shirt

noch 31 Tage – und der Rest von Heute!

Tagebuch 2019 – der Countdown zur Wiesn.

Heute: Jeans und T-Shirt und Kaffee aus Tassen. Und Detox für die Seele! Ich gönne mir jetzt 8 Tage Pause

 

11 Tage Dirndl, Schürze, Nummer, Glubberl und ein schwerer Gürtel liegen hinter mir. 11 Tage schleppen, schwitzen, lachen, putzen, blöd daherreden, Gaudi haben und Schlitten tragen sind vorbei. Mein linker Arm ist deutlich muskulöser als mein rechter. Meine Wage erkennt, dass ich mich ziemlich viel bewegt habe. Ich brauche Schlaf. Viel Schlaf. Und eine Badewanne zur Muskelentspannung. Und ich brauche Kaffee. Aus einer Tasse. Eine echte Tasse. Keinen Pappbecher, keinen Plastikdeckel. Eine richtige, echte Tasse.

Jeans und T-Shirt und Wellness in der Badewanne

Ich werde heute Jeans tragen und ein T-Shirt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das für ein überragendes Gefühl ist. Nach 11 Tagen Bierzelt sitzen alle meine Jeans locker. Reinschlupfen und wohlfühlen. Und die T-Shirts sowieso. Und ich werde heute keine Nummer tragen. Keinen Namen. Genau genommen, will ich eigentlich das Haus gar nicht verlassen. Das geht aber natürlich nicht. Der Kühlschrank besticht durch gähnende Leere, Waschmittel ist ebenfalls Mangelware und außerdem werde ich jetzt den Drogeriemarkt plündern und mir sämtliche Wellness Badezusätze kaufen, die das Leben auch nur im Ansatz schöner machen.

Gott sei Dank ist heute schlechtes Wetter. Es ist zwar August, Hochsommer und sollte irgendwie Garten-Sonnenliegen-Wetter sein. Ist es aber nicht. Es ist grau und kalt und nass. Herrlich. Ich verpasse nix. Kein Biergarten wartet auf mich. Kein Berg ruft. Kein Spaziergang lockt. Nach den ersten drei „echten Tassen Kaffee“ auf der Couch checke ich noch schnell das Fernsehprogramm für die restlichen Stunden des heutigen Tages.

Ich mach heut nix. Ich mach heut gar nix, nix dass ich schwitz. Ich mach heut nix.

(Roland Hefter – „I mach heut nix“)

 

Ich werde keine Blasmusik hören. Ich werde nix mit Schwein essen. Ich werde nix putzen. Ich bin heute nur faul. Liege auf der Couch und schau mir gutes altes deutsches Fernsehen an. Zugegeben. Ich werde ein bisschen Nachrichten anschauen. Die letzten Tage sind rein informativ spurlos an mir vorbeigegangen. Komplett. Das einzige was ich mitbekommen habe: ob der der Wetterbericht meiner App eine Ähnlichkeit mit dem tatsächlichen Wetter hatte. Sonst nix. Keine Greta, kein Trump, keine Mutti, kein Asylrecht, kein Sommerloch. Ob es mich stört? Ganz ehrlich? Nicht wirklich! Ganz im Gegenteil: hinsichtlich der Tatsache, dass ich nicht nur keine Zeit (oder besser Nerven) für die Tagesschau hatte, hatte ich auch keine für soziale Medien. Heißt, sämtliche Kommentare über Greta sind ebenso spurlos an mir vorbeigegangen wie die Zwillings-Vermutungs-Fotos von Trump und seinem Britischen Pendant. Soll ich euch was sagen: das ist Bullshit-Detox vom feinsten! Es war und ist bis heute gar nicht schlimm, dass ich es nicht bekommen habe. Bayern hat seine Transferhammer ganz, ohne mein zu tun erledigt. In München fahren Tausende E-Scooter ohne, dass ich auch nur einen Kommentar drüber gelesen habe. Die zwei Vermissten, Mutter und Tochter, haben sie immer noch nicht gefunden und die Stammstrecke stand unter Wasser – ich habe nichts daran ändern, besser oder schlechter machen können. Und jetzt? Geht’s mir echt gut damit. Tut gar nicht weh. Alles was wirklich wichtig ist, kann ich nachlesen. Die nervigen – zugegeben zum Teil echt lustigen – Kommentare habe ich nicht verfolgt und der große Zapfenstreich für die Flinten-Uschi, den kann man in der Mediathek „nachschauen“. Mit Blasmusik.

Heimatfilme und berieseln lassen

Nach ein paar Minuten Tagesschau und ein bisschen nachlesen fühle ich mich bestens informiert und stelle fest: ich habe nichts verpasst. Dann ist jetzt endlich Zeit für berieselndes Fernsehfilm-Programm. Weil ich ein Glückskind bin, gibt’s heute auch genau das, was ein geschundener, nein, was mein geschundener Bedienungskörper braucht. Heinz Erhard. Immer diese Radfahrer. Herrlich. Ich mag die alten Filme. Weil sie so herrlich nichtssagend sind. Weil ich immer noch das Lachen von meinem Opa im Ohr höre. Auch noch nach 14 Jahren. Weil sie fröhliche, glückliche und zufriedene Menschen auf die Mattscheibe malen. Kein Handy. Kein Internet. Wenn du mit dem Rad unterwegs bist, dann muss deine Frau daheim warten, bis du eine Telefonzelle findest – vorher meldest du dich einfach nicht. Du bist nicht erreichbar. Du kriegst nichts mit. Von den wahnsinnig wichtigen Dingen des Lebens. Detox für den Kopf und die Seele. Fast so wie ein Bierzelt. Sollten wir viel öfter machen.

Von heute bis zum 29. August mache ich Detox – wir lesen uns 22 Tage bevor es wirklich los geht!

Und das werde ich tun. Ich werde mir jetzt nochmal 8 Tage Detox gönnen. Für die Seele. Für den Kopf. Für das Herz. Aber wenn es dann in den Countdown-Endspurt geht, dann bin ich wieder da. Die letzten 22 Tage verbringen wir zusammen. Jeden Tag. Die Zeit bis dahin gehört mir.

Genießt den Sommer in München. Genießt den Biergarten. Den Augustiner. Die Zeit mit Freunden. Lasst das Handy einfach mal aus… Die Welt da draußen ist so schön. So echt. So herrlich wunderbar.

Wir lesen uns wieder, am 29. August

Notiz: #bestegegend? #bestezeit? #besteslied? – Irgendwie und Sowieso ?! – Meine Gegend! Meine Zeit! Jambalaya!

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